Sanierung Feuchtigkeitsschaden, St. Mariä Himmelfahrt,

Düsseldorf-Lohausen

 

Bereits 2007 wurde von einem Kollegen ein Vorschlag zur Sanierung der Feuchtigkeitsschäden gemacht, der aus Kostengründen von der kirchlichen Genehmigungsbehörde abgelehnt wurde. Es wurde lediglich eine „kosmetische“ Sanierung vorgenommen,  in deren Zuge im Sockelbereich der Innenwand ein zementhaltiger Putz mit sperrender Wirkung angebracht wurde. In Verbindung mit einer nicht mehr zu datierenden, früheren „Sanierungsmaßnahme (bituminöser Sperranstrich mit vorgesetzter Polystyroldämmung im erderührenden Außenmauerwerk) führte dies zu Schäden sowohl an der Innen- als auch an der Außenwand.

Gemeinsam mit dem Sachverständigen für Bauschäden Dipl.-Ing. Ch. Schaudig, Krefeld, wurde ein Sanierungskonzept erarbeitet.

 

Sanierungskonzept

außen

-       Abgrabung entlang der Außenwände des Langhauses bis OK Fundament

-       Entfernen der auf dem Sockelmauerwerk angeklebten Polystyrol-Platten

-       Säubern des Sockelmauerwerks von Resten der bituminösen Beschichtung und Auskratzen bzw. Ausstemmen der Fugen

-       das abgetrocknete Sockelmauerwerk mit Trasskalkputz instandsetzen

-       das abgetrocknete Mauerwerk zwischen OK Gelände und horizontaler Abdichtung des Mauerwerks vollfugig ausfugen

-       Erneuerung einzelner, stark beschädigter Mauerziegel nach Absprache mit der Bauleitung

-       vorsichtiges Entfernen der vorh. beschädigten Ziegel und vollfugiges Einsetzen von neuen Ziegel mit Trasskalkmörtel 

-        Beim Verfüllen der Abgrabung mit dem gelagerten Aushub Herstellung eines Grobkiesstreifens entlang des Mauerwerks als kapilarbrechende Schicht

b=40cm

 

Eine Besonderheit ist der Verzicht auf eine absperrende Abdichtung der erdberührenden Bauteile. Es wurde der ursprüngliche Zustand aus der Zeit der Errichtung der Kirche wiederhergestellt, Ergänzt durch den Kiesstreifen und weitere, dem schnellen Wasserabtransport dienende Maßnahmen.

 

 

Sanierungskonzept

Innenseite der Außenwände

-       Natursteinsockelplatten abnehmen und seitlich zur späteren Wiedermontage sachgerecht lagern

-       vorh., zementösen Sockelputz abschlagen, Mauerwerk gründlich von Putzresten säubern

-       auf gesäuberte Fläche Spritzbewurf zur Verbesserung der Haftung netzförmig auftragen

-       Porengrundputz als Sanierputz auftragen, nach Standzeit 2. Lage Sanierputz oberflächenfertig auftragen

-       gelagerte Natursteinsockelplatten fachgerecht wiederanbringen

-       Grund- und Deckanstrich  Silikatfarbe nach DIN EN 13300, Bindemittelbasis: SOL-Silikat, Glanzgrad stumpfmatt, Korngröße fein

 

 

 

 

Umgestaltung der Gedenktafeln mit „Christus ohne Kreuz“,

St. Mariä Himmelfahrt, Düsseldorf-Lohausen

 

 

Neben dem Hauptportal der Pfarrkirche befinden sich Bronze- bzw. Kupfertafeln zum Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege. Zwischen den Tafeln befindet sich die Kreuzigungsfigur „Christus ohne Kreuz“, spätes 19. Jahrh.

In den 1990´er Jahrenb wurde der Corpus in einer Glasvitrine eingehaust.

Es ist offensichtlich, dass diese Vitrine ihre Schutzfunktion nicht erfüllt. Das Bildwerk ist stark verschmutz, zudem haben sich kleine Risse im Holz und Lockerungen sowie Verluste der Farbfassung ausgebildet. Aus konservatorischer Sicht war eine längere  Präsentation in der Vitrine nicht zu vertreten, da neben der Verschmutzung vor allem die Schwankungen des Klimas und mangelnde Belüftung in der Vitrine zu fortschreitender Schädigung führen würden. Nach der nun notwendig gewordenen Konservierung und Restaurierung durch Dipl.-Restauratorin Antje Lewejohan, Krefeld, wurde im Innenraum der Kirche ein angemessener Platz gefunden.

 

An die Stelle des Holz-Corpus im Zusammenhang mit dem Ehrenmal am Hauptportal haben wir ein schlichtes Kreuz aus Kupfer plaziert, daß in sehenswerter handwerklicher Qualität von der Schmiede Münks in Meerbusch ausgeführt wurde.